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Fundstücke

Hintergrundwissen zum Weiterlesen und Weiterdenken — aus unterschiedlichen Quellen, jeweils kurz vorgestellt.

September 20269 Fundstücke„Kampf der Generationen: Wie die AfD un…“ · „Berlin-Wahl zeigt: Man muss richtig po…“
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    Newsletter25. September 202625.09.2026Über Rechts · SubstackHintergrund

    Kampf der Generationen: Wie die AfD und ihr Vorfeld über die Landtagswahlen diskutieren

    Wer erst Mitte 30 ist, kann warten, dass die AfD weiter wächst oder die Brandmauer fällt.

    Nach den Landtagswahlen zeigt sich die AfD-Spitze nach Sebastian Friedrichs Darstellung bestens gelaunt und geschlossen. Hinter den Kulissen hat nach seiner Recherche längst die Aufarbeitung begonnen Warum hält ein internes Papier aus dem Wahlkampf, das Friedrich vorliegt, es für falsch, wenn sich die AfD als „CDU vor 30 Jahren“ gibt? Für alle, die verstehen wollen, worüber in der AfD gestritten wird, solange die Union jede Zusammenarbeit ausschließt.

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    Brandmauer

    Brandmauer ist das Schlagwort für den Grundsatz, mit der AfD nicht zusammenzuarbeiten – weder in Regierungen noch bei Abstimmungen. Das Bild stammt aus dem Hausbau: eine Wand, die verhindert, dass ein Feuer auf das Nachbarhaus übergreift.

    Identitäre Bewegung

    Die Identitäre Bewegung ist eine rechtsextreme Gruppe, die mit inszenierten Aktionen vor allem junge Menschen anwirbt. Sie spricht von „Heimat“ und „Identität“. Gemeint ist, dass Menschen fremder Herkunft gehen sollen. Der Verfassungsschutz stufte sie 2019 als gesichert rechtsextremistisch ein.

    Strasserismus

    Strasserismus ist eine Strömung im frühen Nationalsozialismus, benannt nach den Brüdern Gregor und Otto Strasser. Sie verband Judenhass und Nationalismus mit Parolen gegen Großkapital und Banken. Am Ziel eines rassistischen Führerstaats änderte der „sozialistische“ Anstrich nichts.

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    Newsletter22. September 202622.09.2026Über Rechts · SubstackHintergrund

    Berlin-Wahl zeigt: Man muss richtig polarisieren, um die AfD zu schlagen

    Trotzdem zeigt sich: Eine stark umstrittene Position muss einer Partei nicht schaden, solange es ihr gelingt, damit einen politischen Konflikt sichtbar zu machen.

    Warum holte bei der Berlin-Wahl nach Sebastian Friedrichs Auswertung nicht die AfD die meisten früheren Nichtwähler an die Urne? Wieso kann es der AfD nach Friedrichs Analyse nützen, wenn sich ein ganzer Wahlkampf nur um sie dreht? Und was ändert sich, wenn man Unzufriedenheit nicht als innen gegen außen deutet, sondern als oben gegen unten?

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    Generalisierte Polarisierung

    Generalisierte Polarisierung ist eine politische Strategie, bei der eine Partei alle Streitfragen auf einen einzigen Gegensatz zurückführt. Die Partei stellt sich gegen alle anderen und gegen „das System“. Sachfragen treten dann hinter der Frage zurück, auf welcher Seite man steht.

    Vergesellschaftung

    Vergesellschaftung heißt, dass privates Eigentum gegen Entschädigung in Gemeineigentum übergeht. Das Grundgesetz erlaubt das in Artikel 15 für Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel. Anders als eine Enteignung für ein einzelnes Bauprojekt betrifft sie ganze Wirtschaftsbereiche.

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    Newsletter21. September 202621.09.2026Stefan A K Weichelt · SubstackHintergrund

    Die Kirche im Dorf

    Eine Partei, die vom Gefühl des Niedergangs lebt, hat kein Interesse daran, dass es dir besser geht. Sie hat ein Interesse daran, dass du glaubst, es ginge dir schlechter.

    Auf Substack stößt Stefan Weichelt auf ein Foto vom CSD mit gelber Hetzschrift, und als Bayer denkt er sofort an Feuerwehrkommandanten im Krankenschwesterkostüm Er hielt einer AfD-Wählerin nur vor, was im Programm ihrer eigenen Partei steht. Keinen seiner Punkte bestritt sie – und blieb doch bei ihrer Wahl Warum reicht Weichelt die DDR-Vergangenheit nicht mehr als Erklärung, wenn er sich die jungen AfD-Wähler im Osten ansieht? Für alle, die in Kommentarspalten widersprechen und sich fragen, ob das überhaupt etwas bringt.

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    Einzelstimme ohne Redaktion: Der Autor ist Filmemacher und Schriftsteller und schreibt hier über Wissenschaft, Technik und Gesellschaft.

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    Beratungsregelung

    Die Beratungsregelung ist die Vorschrift, nach der ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland zwar rechtswidrig ist, aber straffrei bleibt: wenn sich die Frau vorher beraten lässt und der Abbruch in den ersten zwölf Wochen geschieht. Ob das so bleiben soll, ist politisch umstritten.

    Christopher Street Day (CSD)

    Der Christopher Street Day (CSD) ist eine jährliche Demonstration für die gleichen Rechte von Schwulen, Lesben, bisexuellen und trans Menschen. Er erinnert an den Aufstand gegen eine Polizeirazzia in einer New Yorker Bar im Jahr 1969.

    Motiviertes Denken

    Motiviertes Denken ist die Neigung, Informationen danach zu prüfen, ob sie zum eigenen Weltbild passen – nicht danach, ob sie stimmen. Wer eine Partei gewählt hat, zweifelt an Belegen gegen sie schneller als an Belegen für sie.

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    Artikel20. September 202620.09.2026Die Informantin · SubstackHintergrund

    Nicht nur der Kandidat macht die AfD stark. Sondern das Gefühl, dazuzugehören.

    Menschen brauchen Zugehörigkeit. Und die Demokratie bietet sie vielen gerade nicht.

    Wahltag in Mecklenburg-Vorpommern. Am Vorabend steht Sally Lisa Starken in Schwerin vor einem AfD-Plakat, und vorne darauf ist ein Mann abgebildet, der heute auf keinem Stimmzettel steht Warum vergleicht Starken die Bindung an eine Partei mit Fußballfans, die auch dann ins Stadion gehen, wenn der Trainer schwach ist?

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    Einzelstimme ohne Redaktion: Die Autorin ist Journalistin und Sachbuchautorin zur AfD und war stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD-Frauen.

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    Motiviertes Denken

    Motiviertes Denken ist die Neigung, Informationen danach zu prüfen, ob sie zum eigenen Weltbild passen – nicht danach, ob sie stimmen. Wer eine Partei gewählt hat, zweifelt an Belegen gegen sie schneller als an Belegen für sie.

    Soziale Identität

    Soziale Identität ist der Teil des Selbstbildes, den ein Mensch aus seiner Zugehörigkeit zu Gruppen bezieht. Wer sich eng mit einer Gruppe verbindet, erlebt Kritik an ihr leicht als Angriff auf sich selbst. Fußballfans, die ihrem Verein auch in schlechten Jahren treu bleiben, zeigen das.

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    Artikel19. September 202619.09.2026Die Informantin · SubstackHintergrund

    Die AfD entzaubert sich nicht. Sie baut um.

    Diese Partei braucht keinen Erfolg. Sie braucht einen Schuldigen.

    Was könnte eine AfD-Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern nach Sally Lisa Starkens Recherche verändern, ganz ohne ein Gesetz zu brechen? Keine Regel gebrochen, schreibt Starken. Und doch sei danach etwas kaputt Warum reicht es aus Starkens Sicht nicht, die AfD nur von jeder Regierung fernzuhalten?

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    Autokratischer Legalismus

    Autokratischer Legalismus ist eine Strategie, bei der eine Regierung die Demokratie mit legalen Mitteln schwächt. Die Regierung bricht keine Gesetze, sondern bringt über Posten, Erlasse und Mehrheiten unabhängige Stellen unter ihre Kontrolle. Ein typisches Beispiel: Gerichte mit Gefolgsleuten besetzen.

    Brandmauer

    Brandmauer ist das Schlagwort für den Grundsatz, mit der AfD nicht zusammenzuarbeiten – weder in Regierungen noch bei Abstimmungen. Das Bild stammt aus dem Hausbau: eine Wand, die verhindert, dass ein Feuer auf das Nachbarhaus übergreift.

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    Wie die AfD die Schule verändern will

    Der Kampf um das Menschenbild, Hierarchien und Ungleichheit endet nicht vor dem Klassenzimmer, sondern wird genau dort ausgetragen.

    Warum steckt für Sebastian Friedrich hinter dem Wunsch der AfD Sachsen-Anhalt nach mehr Kaiserreich im Unterricht weit mehr als eine andere Gewichtung der Epochen? Was hatte ein Berliner Schulversuch mit Deutsch-Klassen eigentlich zum Ziel, und was macht die Berliner AfD nach Friedrichs Analyse daraus? Das Berliner AfD-Programm fordert ein Verbot von Indoktrination. Welche Werte und Geschichtsbilder die Schule vermitteln soll, legt es nach Friedrichs Lesart trotzdem sehr genau fest.

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    Metapolitik

    Metapolitik ist eine Strategie der extremen Rechten, die zuerst das Denken, die Sprache und die Kultur einer Gesellschaft verändern will. Wahlen und Gesetze kommen erst danach. Sie setzt deshalb bei Medien, Schule und Alltagskultur an, etwa im Kampf um Begriffe.

    Staatsbürgerkunde

    Staatsbürgerkunde war ein Schulfach in der DDR, das Schülerinnen und Schüler auf die Ideologie der Staatspartei SED verpflichten sollte. Es vermittelte Treue zum Staat statt eigener Urteilsbildung. Mit dem Ende der DDR wurde es abgeschafft.

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    Newsletter8. September 202608.09.2026Stefan A K Weichelt · SubstackHintergrund

    Die Partei für Recht und Ordnung hat die meisten verurteilten Straftäter

    Die Frage ist also nicht, ob eine Partei Straftäter hat. Die Frage ist, wie viele, und vor allem: welche Art.

    Ein Fund auf einer Münchner AfD-Liste, ein Kommentar, der ihm vorwirft, nur bei einer Partei nach Dreck zu suchen – und Stefan Weichelt, der beschließt, den Einwand ernst zu nehmen und selbst nachzuzählen Ein Kommentator bestreitet keine Zeile von Weichelts Liste. Egal ist sie ihm trotzdem Warum will Weichelt Sachsen-Anhalt jetzt besonders genau beobachten? Für alle, die beim nächsten „die anderen sind doch genauso“ nicht mehr nur mit den Schultern zucken wollen.

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    Newsletter5. September 202605.09.2026Über Rechts · SubstackHintergrund

    Alle schauen nach Sachsen-Anhalt. Aber was sehen sie eigentlich?

    Die Stärke der AfD mag die bundesdeutsche Öffentlichkeit gezwungen haben, auf Sachsen-Anhalt zu schauen. Gleichzeitig besetzt die Partei das Bild, das man sich von diesem Land macht.

    Ein Theaterregisseur nennt die AfD „die Rache des Ostens“, und Sebastian Friedrich fragt, was diese Rache Sachsen-Anhalt eigentlich einbringt Warum sieht Friedrich im Blick auf die AfD als ostdeutsches Problem auch eine bequeme Entlastung für den Westen? Und was bleibt nach seiner Einschätzung von all der Aufmerksamkeit, wenn die Wahllokale geschlossen sind?

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    Externalisierung

    Externalisierung bedeutet, ein Problem auf andere abzuschieben, damit man sich selbst nicht damit befassen muss. Die Ursache verschwindet dadurch nicht, sie gilt dann nur als Sache der anderen. Beispiel: Ein reiches Land schickt seinen Müll in ärmere Länder.

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    Die Heimattreue Deutsche Jugend: Woher die Kader kommen, die heute die AfD Sachsen-Anhalt prägen

    Die neonazistische Elite sollte über die eigene Organisation hinaus in die Gesellschaft hineinwirken.

    Weiße Zeltreihen statt schwarzer: Woran macht Sebastian Friedrich fest, welches Vorbild sich ein 2009 verbotener Jugendverband genommen hat? Was folgt nach Friedrichs Darstellung daraus, dass frühere Aktive dieses Verbands heute für die AfD in Sachsen-Anhalt arbeiten – und was ausdrücklich nicht?

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    Unvereinbarkeitsliste

    Eine Unvereinbarkeitsliste ist ein Verzeichnis von Organisationen, deren Mitglieder eine Partei nicht aufnehmen will. Sie soll Extremisten fernhalten. Wie streng eine Partei die Liste anwendet, entscheidet sie selbst.

    Völkisch

    Völkisch ist eine politische Haltung, die das Volk als Abstammungsgemeinschaft versteht und Zugehörigkeit an Herkunft bindet. Wer nicht dazugehört, soll ausgeschlossen bleiben. Der Nationalsozialismus baute auf diesem Denken auf.

August 20261 Fundstück„„Die Selbstvergiftung der Seele“…“
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    Newsletter14. August 202614.08.2026GEOPOLITIK ohne IllusionenHintergrund

    „Die Selbstvergiftung der Seele“: warum aus Frust Ressentiment wird

    Warum wählen Menschen die AfD? Der Text nimmt den Frust ernst, führt ihn auf Gründe zurück und zeigt mit Max Schelers Begriff des Ressentiments von 1912, was daraus wird, wenn Kränkung keinen Ausweg findet: Sie sucht keine Abhilfe mehr, sondern Schuldige. Am Ende steht eine Frage, die man im Gespräch benutzen kann — will ich, dass es besser wird, oder dass es den anderen schlechter geht?

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    Einzelstimme ohne Redaktion: Der Autor leitet das Hauptstadtbüro der Hanns-Seidel-Stiftung und schreibt hier privat.

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    Ressentiment

    Ressentiment ist ein festgefahrener Groll, der keinen Ausweg gefunden hat. Wer ihn mit sich trägt, sucht keine Lösung mehr. Er sucht Schuldige.

    Selbstvergiftung der Seele

    Selbstvergiftung der Seele nennt Max Scheler einen Zustand, in dem Ressentiment vor allem dem Grollenden selbst schadet. Das Gift wirkt in dem, der grollt, nicht in denen, die er beschuldigt.